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  • Henni Jesch

Also... das mit den Haflingern, das ist so...

Aktualisiert: 9. Juli 2018


Ich hatte auf meiner Shoppingtour im Norden ja so den Eindruck, wenn man davon redet, daß bei uns Mädels auf Haflingern reiten lernen, dann belächeln die großen Dressurausbilder – Berufsreiter – das recht geringschätzig. Wenn die dann ein „richtiges“ Pferd bekommen, dann müssen die erst lernen oben zu sitzen. Nein, nein… Wenn die ihren Hafi – selbst ausgebildet – wer hätte das machen sollen? Der Senner auf der Alm? – dann schlußendlich durch eine ordentliche A Dressur steuern, haben die schon einiges erledigt und auch erlebt.

So hab ich zum Beispiel neulich gelernt, daß sich ein Hafi an der Longe mit einem Bocksprung die Trense auszieht!? Pfutsch! – und weg war der Blonde! Die Longe lag vorschriftsmässig an der Trense befestigt auf dem Longierzirkel im Sand – eingerahmt von der Peitsche, im Dreieck. „Nein“ hat er gsagt: vom Kreisverkehr haltet er nix! Und die Zentrifugiererei ist halt auch ned seins! Deswegen geht er jetzt! Das hab ich bis jetzt auch noch nicht gesehen! Ich mußt mich vor Lachen fast wegschmeißen – fast so viel, wie damals, als ein ganzer Schrank Riedelgläser in meinem Wohnzimmer ineinander zusammenfiel – das fand ich auch sehr lustig! In der Halle gelang es mir, geistesgegenwärtig das Tor zu schließen, um das blonde Gfrast zumindest räumlich zu begrenzen. Was nicht unbedingt heißt, daß Haflinger dann auch drinnen bleiben, aber es ist zumindest ein freundlicher Hinweis, daß man ihn lieber herinnen hätte, als draußen. Und wir Österreicher arrangieren uns ja zumeist miteinander. Der Hafi hat die Nummer dann noch 2x gemacht, es hatte also wirklich nix mit der Schwerkraft zu tun! Ich kenn noch so ein Blondes, das kann sich den Sattel ausziehen! Zumindest fast! Und es beruhigt mich überhaupt nicht, wenn es durch dynamische Einwirkung von Hinterbeinen, Rücken und Schultern, den Sattel inklusive Reiter, stückweise Richtung Ohren befördert. Da kommt bestimmt nix Gscheites dabei raus. Ich hab dann nacheinander alle voneinander getrennt: zerst den Reiter vom Sattel, bevor sich das selbst erledigt hätte, dann den Sattel vom Pferd und dann noch das Pferd von der Ausübung des Reitsports zum aktuellen Zeitpunkt. Letzteres ergibt sich des öfteren auch ganz selbstständig. So hatte eines der blonden Gfrasta neulich beim Aufsteigen die Eingebung, daß er sich an diesem Tag entschieden von der Ausübung des Reitsports distanzieren wird. „Des gfreit ihn heit ned“ hat er gsagt und sich ganz zwanglos augenblicklich vom Reiter befreit. Da das mit dem Überraschungsangriff gut funktioniert hat, hat er das dann noch 12x versucht. Aber wir sind ja auch nicht ganz doof! Die Hafis aber auch nicht! Wenn die den Prix St. Georg so schnell lernen würden, wie all den Blödsinn, könnten wir mit einer Armada gegen die Sandro Hittn ins Gefecht ziehen! Aber einen hab ich, der ist einfach nur lieb und brav. Der beglückt viele mit Reiterpaß und Reiternadel, egal ob sie dazu entschlossen sind, oder nicht. Aber die allerwertvollste Eigenschaft von diesem Haflinger - einem Schulpferd - ist: daß er einfach nicht macht, was der Reiter ihm sagt! Er springt den Parcours stur so, wie er es für richtig hält! Er läßt sich wirklich nicht dreinreden - und damit paßt das auch fast immer.

Er hält nur nix vom Zirkel. Er findet geradeaus an der Wand entlang ist völlig ausreichend, und den Parcours merkt er sich auch ohne Zirkel. Wer den durch eine A Dressur pilotiert, der kann echt reiten, sonst zerschellt er im B oder E.

Der andere springende Schulhaflinger tut leider zu oft, was die Schüler ihm ansagen und dann bleibt oft nur die Notbremse, weil wenn der Hafi dann ned sagt: "Wenn i da nu wegspring haut´s uns beide auf die Pappn und i bin ja ned bled!" - dann würd viel öfter ein Unglück geschehen. Aber die Jungs denken eh mit. Dann fällt mir noch der eine Haflinger ein, der im Galopp – in vollem Galopp! – auf der Vielseitigkeitsstrecke plötzlich so vom Hunger geplagt wurde, daß er augenblicklich Wiese einwerfen mußte. Die Reiterin war kein bißchen überrascht, argumentierte entschlossen und ritt weiter. Also, Leute, die Mädels, die auf Haflingern reiten lernen, die reiten Sandro Hit x Jazz ganz easy rund ums Karree – und zwar strumpfsockad und im Wanderreitsattel! Halleluja! Die freuen sich schon, daß der vor der Bundesstrasse bremst,… weil er eh beim Hoftor gar ned rausgeht…. Da reißt´s ihm nämlich schon zum ersten Mal die Füß aus – dem Sandro Hit, nicht dem Hafi! Der geht ja notfalls auch durch das geschlossene Hoftor…..

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