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  • Henni Jesch

Also, das mit der U25 Euro das war so…


Gewonnen hat ja wie üblich Deutschland. Mich hat es nicht besonders überrascht. Zwei Deutsche Herren, die an der Bar versucht haben Sekt zu erwerben, zwecks feiern, taten doch sehr überrascht. Offensichtlich hatten sie keinen Champagner mitgebracht und sich dann mit einigen Flaschen Schlumberger eingedeckt, den sie aus Stiegl Bierbechern trinken wollten. Naja…. Stil kann man nicht kaufen. Wir gewinnen zwar bei Championaten nie was, aber den Schlumberger haben wir von vorneherein im Gepäck und die langstieligen Sektgläser auch. Nicht-Gewinnen kann man nämlich schon auch mit Stil!

Deutschland gewann den Nationenpreis vor Holland und Schweden. Wie üblich ging´s im Detail um Holland gegen Deutschland. Da muß man jetzt einfach sagen, daß die Qualität der holländischen Pferde durchwegs bemerkenswert war. Die Deutschen haben auch gute Pferde und können die vor allem auch recht gut reiten. Lisa Maria Klössinger war herausragend. Die könnte man sich auch jetzt schon ganz gut hinter Sönke und Catherine vorstellen. Die Dänen hatten ja nur die zweite Garnitur U25 mit. 3 der dänischen Silbermannschaft in Göteborg waren noch in der Altersklasse U25, hätten also auch hier reiten können. Die hatten quasi „Wichtigeres“ zu tun – nämlich wirklich Vize Europameister zu werden. Die U25 ist ein bißchen „geschützte Werkstätte“ für diejenigen, die wunderbar, gut behütet und zumeist gut finanziell unterstützt von Pony über Junioren und Junge Reiter bis zum Grand Prix gekommen sind. Damit sie dann nicht gleich brutal im „richtigen“ Leben aufschlagen, gibt´s jetzt U25 GP. Wenn die gleich gegen Dorothees, Renates, Vicis, Charlottes und – haha – Sönkes reiten würden, dann würden die ja nix gewinnen und das macht ja nicht so viel Spaß. Manchmal möchte man die Pferde -Reiter Kombinationen anders zusammenwürfeln – da würde man gern schneidige und bewegungskompetente Reiter auf bessere Pferde setzen und sich andere mehr plagen lassen – aber Dressurreiten ist keine Wunschsendung! Leider! Aber es kommen hier viele herausragende Sportler nach, die bestimmt ihren Weg machen – und daß jemand das Geld hat, ihnen Pferde zu kaufen ist ja beim Reiten äußerst hilfreich. Eine der positivsten Erscheinungen aus meiner Sicht – aus dem Richterhäusl als Schreiber – war schon „unsere“ Karo Valenta! Das war eine flüssige, dynamische und harmonische Vorstellung! Ach war das schön! Der Richter war ganz hingerissen und hat auch ordentlich in die Notenskala gegriffen. Und dann war das auch noch fehlerfrei. Dann geht das mit den hohen Noten auch gleich viel leichter! Das sieht ziemlich genauso aus, wie man sich das Reiten im internationalen Grand Prix vorstellt. Da wird im Training in Österreich offensichtlich Vieles richtig gemacht. Karo war 6. Mit 71,9%, das ist ja kein Brösel! Wenn man sich da jetzt noch Diana Porsche mit einem ähnlichen Mannschaftsergebnis vorstellt, deren Di Sandro ja leider einen Krankenschein gelöst hat, dann sieht das österreichische Teamergebnis ja schon ganz anders aus. … keine Wunschsendung! Für niemanden. Die beiden Holländerinnen am 2. Und 3. Platz waren toll und sassen auf sehr guten Pferden. Anne Meulendijks hatte leider Fehler, aber das sieht schon nach Grand Prix reiten aus. Der kleine Totilas- Lookalike Boston STH von Denise Nekeman hätte meiner Meinung nach in der Grundqualität eine eigene Liga aufgemacht, aber der muß auch erst durch Pi & Pa &Pirouetten durch – sogar der Reserve-Totilas. Eine ganz tolle Reiterin ist meiner Meinung nach Juliette Piotrowski. Die packt zu und läßt los, wo´s erforderlich ist – aber dem Zufall überlassen bleibt nix. Da wird geritten, aber im genau richtigen Maß. Da kommt auch eine starke Reiterin nach. 5. war eine Schwedin mit einem gangewaltigen Pferd: Quentin. Also da gibt es wenig Grenzen für Lina Jönsson. Die Schweden machen insgesamt ein gutes Bild. Gute Pferde – ordentliches Reiten. Wurde ja auch mit Bronze belohnt. Hinter Karo Valenta am 6. Platz war dann der spanische „Superstar“ – der eignet sich einfach dafür. Er hat sowas wie eine natürliche Veranlagung zum Superstar: Juan Matute Guimon. Der sieht einfach schön aus am Pferd- und das ist beim Dressurreiten hilfreich. Er sieht auch ohne Pferd schön aus – und das ist – möglicherweise – hilfreich für den Dressursport in der Teenie Klasse. Jeder Sport braucht Stars – der kommt gerade recht. Reiten kann er aber auch! Letzte Woche hat er in Göteborg die U25 Tour gewonnen, mit einer sehr schwierigen, spektakulären Kür, die wir hoffentlich morgen sehen. Der Spanier reitet natürlich immer volles Risiko – was sonst?! Im Starken Galopp wäre er allerdings fast aus dem Viereck gesaust, weil sein Quantico Ymas mit dem Salzburger „liquid sunshine“ nicht so vertraut war. Wasser von oben und unten ist in Spanien unmodern. Der ist einfach entschlossen abgefahren im Galopp und der Reiter mußte in die Seile greifen – was er komischerweise irgendwie charmant hingekriegt hat, weil die Note war nicht so schlecht. Alles was wirklich schwierig ist – Pi & Pa & Pirouetten – war toll und gab auch Höchstnoten, dazwischen konnte er halt nicht bremsen. Das Wetter ist leider auch keine Wunschsendung und der Salzburger Schnürrlregen ist leider keine Erfindung, den gibt´s schon wirklich. Der Boden in Lamprechtshausen ist wirklich das Beste vom Besten, aber mitten in einem Dauerregen platscht´s halt da auch mal im Starken Galopp. Die Spanier reiten im Regen vermutlich nicht, weil eh immer Sonne ist, wenn´s regnet muß man ja nicht grad reiten. Wir Österreicher sind ja ganz froh, wenn´s nicht schneit – sonst schraub ma halt Stollen rein.

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