Suche
  • Henni Jesch

Landescupfinale in Abtenau


Mal wieder richtig regional und basic! Ich geb mir ja schon recht ein Kontrastprogramm: Ermelo, Göteborg, Lamprechtshausen, Abtenau. Überall geht’s um was! Manch einer mag jetzt sagen: In Abtenau bestimmt um gar nix! Hmmmm…. Salzburger Jugendcup und Landescup Finale. Eigentlich geht´s an der Basis bei den Turniereinsteigern schon um was!? Um was, weiß ich jetzt auch noch nicht so genau. Aber müßten nicht die am meisten Lust auf den Sport bekommen, am eifrigsten üben, am meisten gefördert werden, oder sagen wir, unterstützt werden, am Weg in den Dressursport. Romantisch, gell? Da reiten Mädels auf Haflingern, Ponies, Buschpferden und natürlich auch ein paar auf sehr ordentlichen Warmblüter – zugegebenermaßen haben´s die leichter eine 7 zu kriegen, als die Ponies. Manche guten Dressurpferde sind aber auch sehr schwierig. Wenn sie nicht so schwierig wären, würden sie ja auch nicht mehr in Abtenau laufen, sondern in Lamprechtshausen, Steyr, beim Stückler usw. So gesehen, würden in Abtenau die reiten, die nicht weiter gekommen sind? Aber es sind – zumindest in Salzburg - alle, die heut bei größeren Turnieren reiten auch mal Landescup geritten. Haben da angefangen. Müßte der Landescup da nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen? Ich hab da heut kaum Trainer gesehen, Funktionäre oder wen von den Sponsoren oder sonst irgendwelche Gönner – die Eltern natürlich, ohne die geht’s eh nicht. Mein Mut ist auch müde geworden… Ich war 8 Jahre lang voll und ganz überzeugt davon, daß es meine Berufung ist, Jugendlichen am Weg in den großen Sport zu helfen, wo auch immer es irgendwie möglich ist. Daß die, die es wirklich wollen, einen Weg finden und machen können. Meine Mittel sind bescheiden, aber es ist verwunderlich, wie weit man doch kommen kann, mit allein dem Willen und dem Mut es zu versuchen und auch zu schaffen. Aber…. Mir scheint – es war zumeist ich allein, die Einzige mit Willen und Mut. Ich hab so viele Leute gefördert, so oft versucht Unmögliches möglich zu machen für eine Sportkarriere als Dressurreiter. Meine Schüler sind alle nicht reich. Keiner sitzt auf einem teuren Pferd. Drei von ihnen sind in den letzten Jahren Österreichische Meisterschaften geritten, eine sogar international. Aber ehrlich gesagt glaub ich nicht, daß da jemand dabei ist, der um 6.30 auf´s erste Pferd steigt und um 20 Uhr vom Letzten runterkrabbelt und sich schon drauf freut am nächsten Tag wieder weiter zu reiten. Was Profis tun, sonst wären sie ja nicht gut. ... und deswegen ist jetzt sogar mein Mut müde geworden… Aber wenn Leute wie ich da nicht am Viereck stehen – wie jeden Tag auf nassen Reitplätzen und in kalten alten Reithallen – wer fördert die Nachwuchsreiter dann? Damit sie dann irgendwann die Grand Prix Trainer übernehmen können, und damit auch Geld verdienen. Wenn die Kinder mit einer Note über 7 als strahlender Sieger einer L Dressur im Viereck stehen - dann ist der weiteste Teil des Weges schon gemacht… dann haben die schon verstanden, was Versammlung und Durchlässigkeit ist – ein bißchen zumindest. Aber bis dahin… Ich glaub, daß der Reiterei der Nachwuchs irgendwann ausgeht, wenn zum Beispiel mein Mut müde wird. Dann müßten die großen Grand Prix Trainer mit den Kindern vorher mal Reiterpaß mit dem Pony machen, bevor sie ihnen teure, tolle M Dressurpferde verkaufen können. Das zahlen die „normalen“ Eltern aber nicht – weil sie nicht können! Allerdings ändern sich oft Situationen - und die Kinder, die auf einem Haflinger reiten lernten und A und L geritten sind, sitzen eines Tages auf einem ganz ordentlichen Dressurpferd, das sich durchaus eignet M und S zu gehen. Aber man wäre nie auf die Idee gekommen, wäre man nicht in Abtenau mit dem Haflinger A Dressur geritten. Wo muß jetzt wer, wann, was fördern und mit welchen Mitteln? Muß man denn überhaupt? Mein Mut ist bloß müde geworden…

3 Ansichten