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  • Henni Jesch

Also diese erste Begegnung mit Ermelo 2017 war so…


Ich hab´s wirklich geschafft, genau zu Fiontinis Auftritt am Viereck zu stehen.

Bei 37 Grad in St. Valentin in den schön klimatisierten Zug gestiegen, um 14.30 in Wien weggeflogen, bei 20 und höllischem Wind in Amsterdam gelandet. Das Landen war auch sehr lustig im Sturm. Kurz hab ich überlegt was ungemütlicher war: die 10 Sekunden in der MRI Röhre letzte Woche, oder der Landeanflug. Aber im MRI hab ich in Sekunde 9 schon 3000x auf den Notknopf gedrückt, im Flugzeug mach ich die Augen zu und dann landet es sowieso. Der Pilot klang auch nicht nervös, das fand ich sehr beruhigend. Die Avis Autovermietung hat irgendwie meine Reservierung nicht abgespeichert – dann hab ich bei Sixt einen roten Polo bekommen, das ist eh schöner. Dort saß auch eine Dame am Schalter, die sofort erkannt hat, daß zu meiner Handtasche nur ein roter Polo paßt. Der bei Avis hätt sowieso keine Ahnung gehabt. Ich Schlaumeier ich, hab mir in Wien noch eine mobile Handyladestation besorgt, weil sonst hätt sich das Googlemaps schon frühzeitig schlafen gelegt. Ich wäre dann im Umland von Amsterdam zerschellt, hätt mir irgendwo a paar Spacekeks eingworfen und dann selber passagiert wie Fiontini, bevor ich mitm Voglhäuserl um die Milch gegangen wäre, weil keiner am Kanalgitter mit mir Schach spielt – was ich gar nicht kann, am Kanalgitter den Spacekeks aber nicht auffällt.

Mit Googlemaps ist alles einfacher! Nicht das Schachspielen – aber das ist ja dann gar nicht erforderlich.

Der Sturm hat nicht nur mein Flugzeug geschüttelt, sondern auch die Dressurreiter auf ihren hochveranlagten Dressurpferden. Schade! Aber manche zart besaiteten Pferdeseelen haben den Sturm und die knarrenden, klirrenden und quietschenden Stadiontribünen nicht ausgehalten. Echt toll von allen Pferden, die da heut ihre Runden gezogen sind. Allerdings war´s dann bei den 7jährigen wieder so, daß schon wieder die erfahrensten und besten Reiter – die wahrscheinlich auch auf den besten Pferden sitzen – vorne waren. Also drängt sich mir wieder der Verdacht auf, daß das schon immer wieder was mit den außergewöhnlichen Reitern auch zu tun hat. Auch wenn es hier „nur“ um die Qualität der Pferde geht. Bei den 7jährigen - ich hab nur mehr die zur Hälfte gesehen – standen ganz vorne: Severo und Fiontini, Patrick van der Meer und Presidents First Apple und Kirsten Brouwer mit Sultan de Paluds. Also eh die üblichen Verdächtigen. Die haben das ja auch schon mal gemacht.

Fiontini war – wie immer – „breathtaking“. Man könnt jetzt sagen, daß die eigentlich ein bißchen viel in die Luft schwebt – also eigentlich passagiert sie… aber das ist doch nicht so schlimm?! Und da sind halt auch einfach keine wirklichen Fehler drin. Und die geht rundum ob es stürmt, schneit, hagelt oder die Sonne scheint. Und ein Erlebnis ist diese Schrittour. Mir fällt jetzt keiner ein, wo ich die Übergänge im Schritt mit 10 bewerten würde. Versammelter- Starker – Versammelter – das ist von einem anderen Stern. Im Schritt hat man ja nicht so oft das Bedürfnis Höchstnoten zu vergeben wie zum Beispiel im Trab. Die Schlussnoten waren irre hoch! Eigentlich alles über 9! Qualität 94,2%! Is ja fast verrückt… und technisch auch 82,57%. Insgesamt 88.38%.... Das war dann schon ein deutlicher Abstand zu 81.28% von President´s First Apple und 81,23 von Sultan de Paluds. Also: Wettet irgendwer noch gegen Fiontini? Ich glaub ja nicht, daß sie es schafft im Finale den Reiter zu verlieren, der scheint da ganz gut drauf zu sitzen, oder daß er sich völlig verirrt in der S und mit der Bergrettung geborgen werden muß. Ich hab auch nicht den Eindruck, dass es Fiontini auf einmal einfallt mit den Schneidzähnen am höchsten Punkt auf 2 Beinen das Viereck zu verlassen – ich glaub, man hat das bei Helgstrand Dressage weitgehend im Griff. Also mir kommt vom heutigen Standpunkt aus vor… Fiontini wird wieder Weltmeister werden. Macht mir auch nix!

Ich war auch noch rechtzeitig da zur Primetime und Belindas Ritt mit Damon´s Classic. Das ist ja schon ein begehrenswertes Geschoss. Da kann man schon ins Schwärmen geraten. Der Ritt war auch toll und der ist auch brav da seine Nummer gegangen. Leider hat er in der ersten Pirouette vergessen weiter zu springen – es schien ihm kurz entfallen zu sein – er hat zwar brav den Richtungswechsel vorgenommen, aber es war nicht ganz regelkonform, wenngleich durchaus kreativ. Die zweite war dann gut. Das sind natürlich teure Fehler. Aber was soll´s, es sind ja junge Pferde und in der S sieht man schon deutlich, daß das mit 7 keine Selbstverständlichkeit ist. Und die Bedingungen in dem Stadion waren heut schon sehr schwierig. Die Bewertung für Damon´s Classic war uns dann etwas zu niedrig – wenngleich man bei 73,29% nicht von niedrig reden kann. Aber es waren zuwenig 8er für die Grundqualität. Man sollt das aber vielleicht nicht alles zu streng nehmen, bei diesen World Championships Young Dressage Horses. Es sind alle so außergewöhnliche Pferde! Da könnt man nicht sagen, dass einer verkehrt ist. Der Großteil wird seinen Weg in den Grand Prix Sport finden – und darum geht’s schlussendlich. Manche werden halt am Weg dorthin noch höher dekoriert als andere, weil sie irgendwie noch mehr besonders sind. Aber wir werden sie großteils im Grand Prix wiedersehen!

Da bin ich mir so sicher, weil ich die letzte Länge der Ehrenrunde der 7jährigen gesehen hab – in der Passage nebeneinander: Fiontini, President´s First Apple und Sultan de Paluds.

Ich mach mir keine Sorgen, daß Valegro keinen Nachfolger findet!

… und so ein sympathisches blondes Mädel mit einem - schlanken – Fuchs, das unglaublich reiten kann, gibt´s in Holland auch…

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