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  • Henni Jesch

Also, das war schon wieder so mitm Hafi...


Und schon wieder eine Anekdote von meinen Lieblingsblonden…

Da hatte doch heute eine selbstbewusste Hafidame Reitstunde mit ihrer jugendlichen Reiterin. Das Gewichtsverhältnis ging sehr eindeutig zu Gunsten der Hafeline aus – das Mädel wog deutlich weniger, auch deswegen, weil die Hafeline eher viel wog. 10 Minuten lang war die Hafidame auch einverstanden, dass man jetzt da im kreisherum läuft, während der Mensch leichttrabt und mit der Zügelführung beschäftigt ist. Wenn der Mensch aber dann zu viele eigenständige Ideen entwickelt, findet die Hafeline, dass das jetzt niemandem mehr weiterhilft – ihr zumindest nicht unmittelbar. Hierhin, dorthin, schnell, langsam oder gar immer gleichmäßig, rechtsrum, linksrum, an der Tür vorbei, auf die Tür zu, von der Tür weg, an dem doofen schwarzen Wallach vorbei, wieder hin und wieder her…. Braucht ja kein Mensch! Pferd vor allem nicht! Hafi noch weniger! Um dem Ungemach ein Ende zu bereiten, bleibt Hafi dann einfach stehen. Da muss man ihr aber zu Gute halten, dass sie niemandem etwas Böses tut. Das wäre ihr auch viel zu anstrengend. Sie bleibt stehen. Hartnäckig. Weil sie ja auch gar nicht gehen will. Wenn sie laufen wollte, würde sie ja laufen – will sie aber gar nicht, deswegen läuft sie auch nicht. „Wird ja nix besser wenn du da immer rumläufst!“

Die jugendliche Reiterin mit ungefähr 40 kg Kampfgewicht hat sich wirklich bemüht, den Vorwärtsgang wieder einzulegen, sie hat mit dem Schenkel getrieben, sogar getreten, die Gerte -wie sie wahrscheinlich meinte „aufs Brutalste“ – eingesetzt. Das hat nur bewirkt, dass die Hafeline die Ohren kurz nach hinten gedreht hat, um zu analysieren, ob die Dame denn imstande wäre hinter die Schläge mit der Gerte noch mehr Nachdruck zu setzen. Aber der Haflinger kam zu dem Schluss, dass da nicht mehr kommt. „Und so schlimm ist das gar nicht! Da muss man nicht gleich die Nerven wegschmeißen und weitergehen. Die hört schon wieder auf. Wird eh müde.“

Naja, irgendwann hat sie dann zufrieden abgeschnaubt und ging wieder weiter – wollt ja schließlich irgendwann bei der Tür raus. Is ja Futterzeit, da kann man schon leicht nervös werden.

Ich fürchte, es wird ganz unromantisch einen Reiter brauchen, der mit dem Bein so einen Druck zsambringt, dass die Hafeline zu dem Schluß kommt: „Na servas Gschäft, so wie der Oide drauf ist mach ich jetzt die Füß nach vorn, sonst wird der ernsthaft ungemütlich! Möglicherweise hat´s der gar nicht so mitm Weltfrieden!“.

Natürlich könnt man jetzt auch romantischere Wege einschlagen und sich mit 400 Jahre alter Literatur befassen, wie denn die Reitmeister früherer Zeiten das Problem gelöst haben…. Man könnt auch eine Karotte an einen Stock binden und die Hafidame wird wahrscheinlich genau bis zur Band rennen, dort die Karotte einklemmen und verspeisen… oder man macht eben total unromantisch das Bein so zu, dass sie vorwärts geht, weil es einfach keine andere Variante gibt… Jeder muß seinen Weg finden. Die Hafidame hat ihren schon lang gefunden.

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