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  • Henni Jesch

Finale der 5 jährigen Dressurpferde




Also Revolution war eigentlich unbestrittener Sieger. Trotzdem muß zerst mal jeder die Nummer reiten. Bei Revolution passiert trotzdem nix Unvorhersehbares obwohl man sich gar nicht vorstellen kann, daß man eine ganze Prüfung lang diese Bewegungsoppulenz unter Kontrolle halten kann. Aber wenn man kann, dann kann man das. Der ist nicht nur im Trab eine Liga für sich, der ist auch im Galopp was ganz Eigenes und dann hat der auch eine Präsenz aus dieser Dynamik heraus, das ist einfach faszinierend. Und der Herr Chef hat da sichtlich a Gaudi damit. Der hat sich so derartig gefreut über diesen Sieg, daß man ihm das auch von Herzen gönnt.

Insgesamt ist man heut ein bißchen abgefahren mit den künstlich gespannten Trabtritten. Die Richter standen heut plötzlich auf korrektes, harmonisches Reiten. Mir kam in den letzten beiden Tagen nicht vor, daß das eine Präferenz hatte, aber siehe da, Dinge ändern sich. Vielleicht entsteht das auch durch das offene Kommentieren jedes Rittes, das von der Sprecherin des Richterkollegiums immer mit sehr viel Herzblut und „Schmäh“ rübergebracht wird. Ihre Kommentare zu den Pferden mag man einfach hören. Es ist kein rein fachliches Abbeten von Für und Wider, sondern ein liebevolles und sehr respektvolles Kommentieren von Stärken und Schwächen. Im Finale muß man grundsätzlich keinen mehr schlecht machen, sonst wäre der nämlich gar nicht im Finale!

Hinter der Ausnahmeerscheinung – und das ist der einfach wirklich – Revolution war an zweiter Stelle Destacado und Matthias A. Rath platziert. Auch mit unglaublich hohen Noten. Das hat mir ja schon die Tage immer im Training so gut gefallen: das ist ein unaufgeregtes souveränes Reiten, das einfach das unheimliche Talent dieses wunderschönen Pferdes zur Geltung bringt – ned mehr und ned weniger! Und genau das ist ja auch genug. Die Wahl, Destacado an die zweite Stelle zu setzen war eindeutig eine Aussage für die korrekte Anwendung der Ausbildungsskala bei den ganz jungen Pferden. An 3. Stelle stand die bezaubernde Candy mit der – wieder- bezaubernden Eva Möller, die da ganz hartnäckig oben sitzen bleibt und im Zweifelsfalle vorwärts reitet und es gab viele Zweifelsfälle auf der Ehrenrunde und auch beim Einritt ins Stadion. Candy hatte kurzfristig nicht vor Weltmeister zu werden. Die junge Pferdedame scheint über ein durchaus bemerkenswertes Selbstbewußtsein zu verfügen und sich entschieden dafür einzusetzen, doch eher das zu machen, wozu man Lust hat – und Ehrenrunden sind offensichtlich gruselig und der Einritt ins Stadion auch. Die Prüfung ging dann problemlos aber recht hurtig. Ich hätt gedacht, daß war gar a bisserl hurtig, aber es war trotzdem bezaubernd – bezaubernd hurtig halt.

Zucchero, der unerschütterlich wirkende Zonik an 4. Stelle. Top Schritt und sonst auch alles gut. Und ich glaub, der zieht lang seine Runden, bis ihn was erschüttert. Auf der 5 der Dun Juan de Hus Sohn Dorian Gray de Hus mit Jessica Michel Botton. Die wirkte immer noch irgendwie gezeichnet, von dem Verlust von Don Juan, aber jetzt gibt´s ja einen neuen, der vielleicht auch fast so gut ist … „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“….

Besonders bemerkenswert war heut natürlich der Sieg von Wolfgang Himsl mit Valparaiso im kleinen Finale der 7jährigen. Es war ein fehlerfreier, schöner, souveräner Ritt und das schwamm auf der Welle des ordentlichen, korrekten Reitens heut perfekt mit. Genau das wollten die Richter sehen – wie man sieht. Also morgen ins Finale der 7 jährigen… wir sind da.

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