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  • Henni Jesch

Das mit dem Krafttraining fürn Alltag, das ist so...


Ich bin ja immer wieder selbst sehr begeistert von meinem Crossfit Engagement zum Zwecke der Erfolgsoptimierung im Reitsport. Und das funktioniert! Nicht nur weil ich auf einmal M Dressuren gewinne, sondern auch bei alltäglichen Situationen, die über Reiter und Tierbesitzer oft so hereinbrechen.

So hat es sich neulich begeben, daß auf einem ganz normalen regionalen Turnier ländliche Meisterschaften ausgeschrieben waren. Das erhöht den Streßevel vor allem in den Bewerben der Jugendlichen enorm. Das hat dann so geendet, daß eine Dressurvater einem anderen Dressurvater einen Eimer Wasser über den Kopf geschüttet hat. Was in dem Fall auch wirklich eine Lösung war. Da wannst ned fit bist – kriegst den Eimer ned schnell genug hoch!

Dann begegnet uns beim Spazierengehen mit einer Dogge (seeeeehr groß) einem Jack Rüssel (seeeehr frech und schnell) und einem S´kunt (seeeeehr derrisch) eine gemäßigt wirkende ältere Dame, die etwas echauffiert unsere nicht angeleinten Hunde betrachtete. Die Mässigung schien nur mühsam aufrecht erhalten, denn ich hatte beim Blick über die Schulter den Eindruck, sie hätte ihren Stock gehoben um uns allen kurz mal aus Erziehungsgründen eins überzubraten. Da dacht ich mir einfach:“Gnä´Frau, Sie werf i weit!“

Dann war da noch dieses strahlend weiße Katzenviech, das sich auf einen Baum verirrt hatte, auf dem es nie hätte sein sollen. Und wie es dort war, auch nicht sein wollte. Weswegen es diesen Unmut auch laut kund tat. Was wiederum die Besitzerin auf den Plan rief, die ihr Mitleid laut kundtat. Dann stand die Besitzerin herunten und schrie nach dem Vieh – und das Katzenvieh saß am Baum und schrie nach irgendwas. Es war nämlich nicht hoch, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß man eh 7 Leben hat, hätt man da ganz komot runterköpfeln können, wenn man schon ein Katzenvieh ist. Da wäre kein Unglück geschehen, zumindest nicht, wenn man das leise gemacht hätte, so standen natürlich alle Hunde der Siedlung parat um das ihre zur Dramatisierung der Situation beizutragen. Also aus Sicht des Katzenviehs war es wohl kein Ergebnis planmäßigen Vorgehens. Ich hatte den Eindruck, daß man mit ein paar Kraftanstrengungen auf diesen Baum gelangen könnte – mit einer Leiter war´s dann aber unkreativ einfacher. Einfacher, als das wirklich doofe Katzenviech von der ehrenvollen Mission seiner Rettung zu überzeugen. Die wollt am Sonntag Vormittag da einfach gepflegt ihre Show abziehen. Aber es half dann nix, man hat das Katzenviech trotz Gegenwehr wieder der Bodenhaftung zugeführt. Daraufhin hat das Frauli auch nimmer vor Mitleid den Baum angeschrien und die Hunde konnten auch wieder heimgehen und wieder mal Frolic fressen, statt…

Aber das konkreteste Anwendungsbereich von im Crossfit trainierter Kraft gepaart mit Griffstärke wurde mir neulich klar. Meine vorlaute weiße Bestie hat mich doch glatt am Bauch über die Koppel geschliffen! Wenn er morgens auf seine Weide will und alle anderen schon draußen sind, dann rennt ihm echt a Radl im Gaatsch und er rennt uns einfach um und weg! Klumpad, märchenhaftes! Da das im Europa des 21 Jahrhunderts in Bayern ja grad wirklich ka Lösung ist, dem Ruf der Freiheit derartig vehement zu folgen, hab ich einfach echt nicht ausgelassen! Und er hat mich a zeitl nachgeschliffen, weil er nicht glauben konnt, daß ich das jetzt ernst mein, ihn bei mir zu behalten. Wennst da aus der 40kg Abteilung bist, blitzt erst am Autobahnzubringer das Radar! Aber vom Verzicht halt ma ja nix, und deswegen hat er nach 15 Meter doch innegehalten. A lange Strecke, wenn man sie am Bauch zurücklegt, unter heftiger Gegenwehr ob der ungewollten Dislozierung. Aber das Weiße war hartnäckig und hat sicher unter seiner dichten Fliegenhaube seine dunklen Kulleraugen verdreht. Ich hab kurz überlegt, ob ich denn aufstehen könnt, oder ob sich das ganze dann von neuem so zuträgt: ich am Bauch, der Hengst auf die Füß. Aber ich konnt aufstehen, weil er wohl zu dem Schluß kam, daß ich da jetzt ned auslaß – ganz was Neues. Und dann hab ich ihm ganz UnPonyhofmässig und nicht wendylike a paar gscheite gekracht! Jawohlja! Natürlich ist Anwendung von Gewalt ka wirklich clevere Lösung, aber es ist mir auch nicht gelungen ihn vice versa am Bauch hinter mir herzuschleifen! Er hat 600kg. Für die ich Hafer und Heu bezahle, wohlgemerkt. Das schien ihm aber kurzzeitig entfallen. Dann sind wir ungefähr 16x aus der Koppel raus und wieder rein und ich hab kein einziges Mal auch nur ein bißchen den Strick losgelassen! Am Bauch legen mußt ich mich auch nicht mehr. Früher hätt ich den Strick auslassen müssen, weil meine Hände das einfach nicht gehalten hätten – deswegen Crossfit. Wenn es einmal absolut überhaupt nicht funktioniert – das Weglaufen – dann macht man es am nächsten Tag auch nur mehr halbherzig und dann gar nicht mehr. Man kann dem Ruf der Freiheit dann ganz geordnet nachgehen, wenn der Mensch beschließt, daß es ein geeigneter Zeitpunkt und Ort ist. … aber wenn schon… Gfrast! … Märchenhaftes! 

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