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  • Henni Jesch

Also, das mit dem Fußball das war wieder so:

Grundsätzlich war das ja spannend und es ist live ganz anders als „unlive“. Man empfindet die Spannung intensiver, die Atmosphäre im Stadion nimmt einen mit, man sieht wie eng der Raum vorm Tor eigentlich ist – aus der Vogelperspektive in Fernsehen sieht das immer so logisch aus, wo sie doch – selbstverständlich – hinschießen sollten! So einfach ist das möglicherweise gar nicht? Außerdem glaub ich jetzt, daß die besser einen Helm tragen sollten! Kaum rennen´s ein bißchen auf und nieder- schon liegt wieder irgendwo einer und man denkt sich: „Hoitaus, der is hi!?“. Streng genommen hat die Natur das Hirn in Flüssigkeit eingelegt und beweglich aufgehängt, dann einen ganz starken Knochen rundumgebaut, es noch möglichst weit vom Erdboden entfernt aufbewahrt (am Kopfende) und dann haut der Mensch mit Fußbällen mit Hochgeschwindigkeit drauf. Na ob das mal klug und pfiffig macht? Also ich glaub, daß das mit Helm gscheiter wäre. Aber möglicherweise verstärkt der den Aufprall noch? Das hat sich vielleicht so mancher gegnerische Portugiese gedacht und zur Wollhaube gegriffen. Wir kennen doch alle den wissenschaftlich anerkannten Vergleich: Wenn man einen Helm und eine Wollhaube aus dem 5. Stock wirft, dann ist der Helm unten hin und die Wollhaubn vielleicht staubig. Also Wollhaubenpflicht wie bei den Schifahrern beim Interview im warmen Kämmerchen? In diesem speziellen Fall war´s jetzt natürlich so, daß der am Boden liegende gar nicht hin war, sondern ihm nur das Blut über die Visage rann und somit auch die Couture zerstört hat. Weil des a ka Bild macht, rennen dann 2 anerkannte Fachkräfte blitzartig übers Feld und ziehen dem ein Leiberl aus und wieder eins an, und wickeln ihm a Faschn ums Hirn. Dann geht´s wieder weiter. Die halten eh was aus, Wolhaube oder Helm hin oder her. Der hat dann wohl nur einen Teil vom Spielfeld gesehen – das erklärt wohl den einen Eckball zum Gegner – war ah wurscht, der hat auch nix gesehen wegen der Haube. Gespielt haben die Salzburger eh recht gut. Schließlich war´s dann 3:0 und Gruppensieger. Also eh so wie sich´s gehört. Was mich a bisserl verstört hat, war die Tatsache, daß es in dem ganzen Fußballstadion kein einziges Bier gegeben hat – wegen den UEFA Cup Regeln?! Ah eh…. Naja… ich glaub nur, uns Österreicher mußt anfüttern, damit uns die Begeisterung hin und herreißt. Wie soll jetzt der Leberkäs mitm Eistee runtergehen? Ich bin ja wirklich nicht für excessiven Alkoholgenuß, Bier bring ich sowieso nicht runter, es schmeckt mir einfach nicht – aber ein Fußballspiel ohne Stiegl Bier? Wie soll das denn gehen? Und ehrlich gesagt… ich glaub nicht, daß die Hardcore Fans, die das wirklich ernst nehmen, vorher schon nur Mineralwasser getrunken haben? Also vergleichsweise ist ja Dressurreiten a wilde Gschicht´! Ich stell mir das grundsätzlich ja ein bißchen anders vor, das mit dem Fußball. So wie das in Sex and the City laufen würde: Carry Bradshaw und Samantha Jones sitzen im feinen Tuch auf der Tribüne, wippen gelangweilt ihre Manolos auf den lackierten Zehen (Moonboots und Königs würden in Österreich auch gehen), nippen aus einem langstieligen Glas Champagner und lassen die Buben hin und herlaufen, während sie einen komplett konträren philosophischen Ansatz des Spiels erörtern. Es fehlt im Grunde bloß der White Secco dazu…

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